29. Januar 2026
Britta und Simone: Chancengleichheit für Auszubildende
Warum ist euer neues Wissen so wertvoll für unsere Auszubildenden?
Britta: Wir möchten, dass sich alle Auszubildenden bei uns willkommen, verstanden und unterstützt fühlen - egal, welche Herausforderungen sie mitbringen. Durch die Weiterbildung haben wir uns intensiv mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, rechtlichen Rahmenbedingungen sowie psychischen und emotionalen Herausforderungen beschäftigt.
So können wir nicht nur fachlich unterstützen, sondern auch auf persönlicher Ebene begleiten. Wir sehen uns als verlässliche Ansprechpartner, die sensibel einschätzen, wann jemand Unterstützung braucht. Unser Anspruch ist es, klare Strukturen zu geben, Orientierung zu bieten und gleichzeitig Raum für persönliche Entwicklung und Eigenständigkeit jedes Einzelnen zu lassen.
Simone: Seit einiger Zeit spüren wir eine positive Veränderung. Es herrscht mehr gegenseitiges Verständnis und ein stärkeres Bewusstsein für die emotionalen Bedürfnisse anderer. Unser Ziel ist es, dass jeder Auszubildenden sich willkommen und akzeptiert fühlt. Chancengleichheit liegt uns besonders am Herzen - keiner wird bevorzugt oder benachteiligt, und wir nehmen jeden Fall ernst.
Was ist eure wichtigste Erkenntnis?
Simone: Wenn man den Studien nach urteilt und die fiktiven Zahlen mal an unserer Ausbildung umsetzt, sind wir deutlich überrascht, wie viele gerade junge Menschen mit einer Beeinträchtigung eine Ausbildung beginnen, ohne dass wir es bemerken. Wir sehen aber auch immer schnell, dass jede Situation einzigartig ist: Der eine möchte gerne eigenständig mit einhergehenden Situationen umgehen, während andere Unterstützung brauchen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, um individuell den richtigen Weg zu finden und niemanden zu überfordern oder zu bevormunden.
Britta: Unsere wichtigste Erkenntnis ist: Es gibt keine Lösungen „von der Stange“. Jeder Mensch bringt seine ganz eigene Geschichte, seine Stärken und seine Herausforderungen mit. Wir sehen uns nicht als allwissende Experten, sondern als Begleiter auf Augenhöhe. Unsere Stärke liegt im offenen Austausch, im Zuhören und darin, gemeinsam mit den Auszubildenden passende Wege zu finden.
Besonders schön ist es für uns zu erleben, wie junge Menschen an ihren Herausforderungen wachsen, selbstbewusster werden und ihre persönlichen Erfolge feiern - egal wie groß oder klein sie auf den ersten Blick erscheinen.
Ihr seht euch als Schnittstelle - mit wem arbeitet ihr zusammen, um unsere Auszubildenden bestmöglich zu begleiten?
Britta: Unsere Rolle als Schnittstelle bedeutet, viele Beteiligte miteinander zu vernetzen, damit unsere Auszubildenden bestmöglich unterstützt werden. Die Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation haben auch Mitarbeiter an anderen Standorten gemacht und ist inzwischen fest in der Gesamtbetriebsvereinbarung verankert - das zeigt, wie wichtig das Thema Inklusion und Chancengleichheit für uns ist.
Wir arbeiten eng mit den Betrieben, den Ausbilderinnen und Ausbildern, der Schwerbehindertenvertretung und der Sozialberatung zusammen. Gemeinsam versuchen wir, Hindernisse frühzeitig zu erkennen und Lösungen zu finden.
Unser gemeinsames Ziel ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen gut in die Arbeitswelt zu integrieren und unseren Auszubildenden den Rücken zu stärken - damit sie die besten Voraussetzungen für ihren beruflichen und persönlichen Weg haben.
Simone: Wichtig ist auch der kontinuierliche Austausch innerhalb des Unternehmens und die enge Abstimmung mit allen Beteiligten - von den Ausbildern bis rein in die Betriebe und Fachabteilungen. Egal, an welcher Stelle man sich in einer Zwickmühle sieht, wichtig ist zu wissen: „Wir sind da“.