Hanau. Evonik und ProChem haben einen Vertrag über den Verkauf ausgewählter Anlagen der Wirkstoffproduktion am Standort Hanau unterzeichnet. Die ProChem‑Gruppe, ein etablierter Auftragsfertiger für die Produktion von chemischen und pharmazeutischen Produkten, hat die Anlagen im Juni übernommen.
Evonik hat im Industriepark Wolfgang viele Jahre lang Wirkstoffe, Zwischenprodukte und Lipide für die Pharmaindustrie hergestellt. Im Zuge einer Neuausrichtung ihrer Wachstumsstrategie hat das Unternehmen die Produktion von Ketosäuren in Hanau Ende 2025 eingestellt.
Die Anlage für pharmazeutische Lipide in Hanau wird Evonik weiter betreiben und seine Kunden von dort mit klinischen sowie kleinen kommerziellen Mengen beliefern.
ProChem übernimmt bestehende Anlagen, Strukturen und Genehmigungen von Evonik. Dies ermöglicht dem neuen Standortpartner im Industriepark Wolfgang einen schnellen Produktionsanlauf. ProChem plant, die Belegschaft im Industriepark im Laufe des Jahres auf rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszubauen.
„Mit dem Standort Hanau gewinnen wir modern ausgestattete Anlagen, qualitätsgesicherte Prozesse und eine exzellente industrielle Infrastruktur hinzu“, sagt Dr. Jörg Blumhoff, Vertriebsleiter der ProChem‑Gruppe. „Dies versetzt uns in die Lage, unser Leistungsportfolio deutlich zu erweitern und unseren Kunden künftig noch umfassendere, skalierbare und regulatorisch konforme Lösungen anzubieten.“
Evonik Standortleiterin Kerstin Oberhaus betont: „Mit der Ansiedlung von ProChem gewinnen wir einen starken industriellen Partner, der die vorhandenen Anlagen weiterentwickelt und damit die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Industrieparks Wolfgang stärkt. Wir heißen ProChem herzlich willkommen und freuen uns auf die Zusammenarbeit.“
Der Standort Hanau erweitert das bestehende Produktionsnetzwerk der ProChem-Gruppe erheblich und eröffnet neue Perspektiven für Kunden aus anspruchsvollen und regulierten Märkten. Ein zentraler Meilenstein: Nach dem Erwerb kann die PROCHEM-Gruppe künftig Produktion unter GMP-Bedingungen anbieten. Damit reagiert das Unternehmen gezielt auf die wachsende Nachfrage nach qualitativ hochwertiger, regulatorisch konformer Lohnfertigung.