04. August 2026
Starkes zweites Quartal
- Bereinigtes EBITDA steigt im zweiten Quartal auf 630 Millionen €
- Höhere Mengen und Preise durch Engpässe in Lieferketten außerhalb Europas
- Ausblick für 2026: 2,0 bis 2,2 Milliarden € bereinigtes EBITDA
Essen. Evonik hat, wie am 26. Juni vorab berichtet, im zweiten Quartal ein starkes Ergebnis erzielt. Die Sicherheitslage im Nahen Osten verursacht Engpässe in Lieferketten vor allem außerhalb Europas, was dem Konzern eine Sonderkonjunktur bescherte.
Im zweiten Quartal stieg das bereinigte EBITDA verglichen mit dem Vorjahresquartal um 24 Prozent auf 630 Millionen €. Evonik hatte im Juni zwischen 600 und 650 Millionen € in Aussicht gestellt und die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 spürbar angehoben: Evonik erwartet nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden € (zuvor: 1,7 bis 2,0 Milliarden €). Im Jahr 2025 hatte Evonik rund 1,9 Milliarden € erwirtschaftet.
„Wir freuen uns über einen warmen Sommerregen“, sagt Vorstandschef Christian Kullmann. „An den fundamentalen Problemen unserer Branche ändert das allerdings nichts.“
Um diesen Problemen zu begegnen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken, wird das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ verlängert. Im Zuge dieses Programms sowie weiterer Effizienzmaßnahmen der operativen Geschäfte werden planmäßig 2.800 Stellen in den Jahren 2024 bis 2026 abgebaut. Seit Jahresbeginn 2026 ging die Zahl der Beschäftigten um knapp 700 zurück. Für den Zeitraum 2027 bis 2029 ist eine zusätzliche Reduktion um rund 3.200 Stellen vorgesehen.
Der Umsatz im zweiten Quartal stieg gegenüber dem Wert des Vorjahresquartals um 11 Prozent. Die Verkaufsmengen lagen um 7 Prozent höher, die Preise ebenso. Der Free Cashflow im zweiten Quartal war mit 49 Millionen € positiv und damit deutlich besser als im Vorjahresquartal (Q2 2025: minus 211 Millionen €). Im Jahr 2026 strebt Evonik unverändert eine Cash Conversion Rate von etwa 40 Prozent an (2025: 37 Prozent).
„Wir wollen unsere Verschuldungskennziffern verbessern für mehr Handlungsspielraum in der Zukunft,” sagt Michael Rauch, seit 1. Mai Finanzvorstand. „Dieses gute Ergebnis hilft uns dabei.“
Insbesondere im Segment Advanced Technologies profitiert Evonik derzeit von Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber, deren Versorgung mit Rohstoffen durch Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr um die Arabische Halbinsel erschwert ist. Im Bereich Animal Nutrition hält das positive Momentum an.
Entwicklung in den Chemie-Segmenten
Advanced Technologies
Das Segment Advanced Technologies hat seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten in wichtigen Geschäften von Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber profitiert. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 9 Prozent auf 1.647 Millionen €. Hierzu trugen höhere Mengen in allen Bereichen und gestiegene Verkaufspreise vor allem im Bereich Animal Nutrition bei, während negative Währungseinflüsse und sonstige Effekte den Anstieg minderten. Der Bereich Animal Nutrition profitierte von gestiegenen Mengen und verbesserten Preisen für essenzielle Aminosäuren. Dies stammte maßgeblich aus der Situation in der Straße von Hormus und der daraus resultierenden Verunsicherung sowie der Verknappung des Angebots am Markt. Der Umsatz erhöhte sich spürbar. Im Bereich Organics verzeichneten die Vernetzer infolge der Lieferengpässe bei Wettbewerbern eine positive Geschäftsentwicklung. Die Hochleistungskunststoffe konnten bei guter Nachfrage ihre Kapazitäten weiter hochfahren. Insgesamt stieg der Umsatz des Bereichs Organics spürbar. Einen leicht höheren Umsatz steuerte der Bereich Inorganics bei, der von einer höheren Nachfrage nach gefällten Kieselsäuren profitierte.
Das bereinigte EBITDA verbesserte sich insbesondere dank der höheren Mengen und Verkaufspreise sowie einer verbesserten Anlagenauslastung um 25 Prozent auf 333 Millionen €. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg von 17,6 Prozent im Vorjahresquartal auf 20,2 Prozent.
Custom Solutions
Hier stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2026 ausgehend vom Vorjahresquartal um 4 Prozent auf 1.422 Millionen €. Dies ist auf höhere Mengen und Verkaufspreise zurückzuführen. Der Umsatzanstieg wurde jedoch durch negative Währungseffekte und sonstige Effekte begrenzt. Im Bereich Additives verzeichneten die Additive für Polyurethanschäume sowie langlebige Konsumgüter eine höhere Mengennachfrage. Die Produkte für die Farben- und Beschichtungsindustrie sowie die Öladditive waren ebenfalls stark nachgefragt und erzielten höhere Verkaufspreise. Insgesamt stieg der Umsatz der Additives spürbar. Der Bereich Care erzielte einen Umsatz auf Vorjahreshöhe.
Das bereinigte EBITDA verbesserte sich bei gestiegenen Mengen und Preisen um 7 Prozent auf 271 Millionen €. Die bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich von 18,6 Prozent im Vorjahresquartal auf 19,1 Prozent.
Evonik: Leading beyond chemistry
Evonik geht mit der Verbindung aus Innovationsstärke und führender Technologiekompetenz über die Grenzen der Chemie hinaus. Das in mehr als 100 Ländern aktive Chemieunternehmen mit Sitz in Essen erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 14,1 Milliarden € sowie ein Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von 1,9 Milliarden €. Der gemeinsame Antrieb der rund 31.000 Mitarbeiter: mit maßgeschneiderten Produkten und Lösungen als Superkraft für die Industrie den Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen - und dadurch das Leben der Menschen zu verbessern. In allen Märkten. Jeden Tag.
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45128 Essen
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Vorstand
Christian Kullmann, Vorsitzender
Lauren Kjeldsen, Dr. Claudine Mollenkopf, Michael Rauch, Thomas Wessel
Sitz der Gesellschaft ist Essen
Registergericht Amtsgericht Essen
Handelsregister B 19474
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