Essen. Evonik hat 52 Millionen Euro in den Ausbau der Silikone-Plattform am Standort Essen Goldschmidtstraße in NordrheinWestfalen investiert. Mit den Mitteln wurden eine neue Produktionsanlage und ein großes Tanklager realisiert. Die Anlage erhöht die Kapazitäten für organomodifizierte Silikone, eine wichtige Produktgruppe des internationalen Produktionsverbunds für Silikone von Evonik. Diese maßgeschneiderten Additive werden unter anderem in Polyurethanschäumen für Dämmstoffe, Matratzen und Autositze sowie in Klebstoffen, Lacken, Beschichtungen und Kosmetikprodukten eingesetzt.
„Mit dem Ausbau stärken wir unsere Silikone-Plattform, erhöhen unsere Lieferkettenresilienz und ermöglichen profitables Wachstum“, sagt Lauren Kjeldsen, im Evonik-Vorstand zuständig für das Segment Custom Solutions, zu dem das Geschäft gehört. „Die Investition unterstreicht die wichtige Rolle innovativer Standorte in Deutschland für den Erfolg unserer globalen Produktion.“
Essen Goldschmidtstraße bildet als zentraler Produktionsstandort für die Silikone-Plattform ein enges Netzwerk mit weiteren deutschen Standorten in Geesthacht, Obernburg und Wittenburg, dem italienischen Pandino, Schanghai in China sowie Hopewell in den USA. „Die Investition in Essen stärkt unseren globalen Produktionsverbund und trägt dazu bei, Kunden weltweit noch zuverlässiger zu versorgen“, erklärt Roberto Vila-Keller, Leiter der verantwortlichen Business Line Interface & Polyurethane Additives. „Wir erweitern die Produktionsmöglichkeiten deutlich, vermeiden Engpässe und können so zusätzliches Marktpotenzial erschließen.“
Die neue Anlage entlastet den internationalen Produktionsverbund, da weniger Zwischen- und Endprodukte zwischen den Standorten transportiert werden müssen. Außerdem sorgt eine optimierte logistische Infrastruktur für eine effizientere Produktion: Eine 150 Meter lange Rohrbrücke verbindet ab sofort vier Betriebe und 15 Produktionsanlagen mit dem neuen Tanklager. In fünf Edelstahlbehältern, von denen der höchste 24 Meter misst, können nun Schlüsselrohstoffe in großen Mengen vorgehalten werden. Das macht die Prozesse stabiler und weniger abhängig von kurzfristigen Anlieferungen. Das Tanklager hat das Werksgelände von 32 auf 35 Hektar vergrößert.
Der Ausbau erfolgte bei laufendem Betrieb und auf engstem Raum – ein Kraftakt für rund 80 Evonik-Mitarbeiter und mehr als 230 Beschäftigte von 25 Fremdfirmen. „Gerade in herausfordernden Zeiten sind Investitionen dieser Größenordnung ein wichtiges Zeichen für die Essener Wirtschaft und darüber hinaus“, sagt Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Sie sichern hochwertige Arbeitsplätze, stärken die Wettbewerbsfähigkeit und zeigen die internationale Strahlkraft unseres Industriestandorts.“
Die strategische Bedeutung von Essen Goldschmidtstraße spiegelt sich auch in den von Evonik jüngst definierten Zukunftsbildern wider. Für jeden der sechs großen Produktionsstandorte in Deutschland (Essen Goldschmidtstraße, Marl, Wesseling, Darmstadt/Weiterstadt, Rheinfelden und Hanau) hat das Unternehmen ein eindeutiges Profil festgelegt, auf dessen Grundlage sie in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Der Standort in Essen positioniert sich als Kompetenzzentrum für Formulierungen, also maßgeschneiderte chemische Rezepturen.