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11/06/2026

Europäischer Gerichtshof bestätigt STOT RE 2-Einstufung von Silanamin

  • EuGH bestätigt die Einstufung von Silanamin als STOT RE 2

  • Read-across bleibt als Methode zur Gefahrenbewertung im CLH-Verfahren zulässig

  • Urteil schafft Rechtssicherheit und macht regulatorische Bewertungen künftig berechenbarer

Essen, Germany. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Einstufung von Silanamin in die Gefahrenklasse STOT RE 2 bestätigt. Diese Entscheidung nimmt Evonik zur Kenntnis und begrüßt zugleich, dass das Urteil in höchster Instanz Klarheit über Methoden im CLH-Verfahren zur harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien herbeiführt. 

Der EuGH bestätigte insbesondere, dass das Analogiekonzept (Read-across) zur Gefahrenbewertung zulässig ist. Die Methode basiert auf der Annahme, dass ähnliche Stoffe eine ähnliche Toxizität aufweisen. Das führt dazu, dass Testdaten eines Stoffes zur Bewertung eines anderen strukturell und physikochemisch vergleichbaren Stoffes herangezogen werden können. 

Hintergrund dieses Urteils ist, dass Evonik Revision beim EuGH eingelegt hat, nachdem zuvor das Gericht der Europäischen Union (EuG) die Klage gegen die Klassifizierung von Silanamin als STOT RE 2 (zielorgantoxisch für die Lunge bei wiederholter inhalativer Exposition) abgewiesen hatte. Silanamin ist eine hydrophobe, oberflächenbehandelte synthetische amorphe Kieselsäure. Im Zentrum des Rechtsstreits standen Verfahrensfragen und die von den Behörden angewandte Bewertungsmethodik. Evonik hatte unter anderem grosse Bedenken vorgebracht, dass die Gefahrenbewertung nicht auf Inhalationsstudien mit Silanamin selbst, sondern auf Inhalationsstudien mit anderen Typen hydrophober Kieselsäure basierte. 

„Die Bestätigung des Urteils durch den Europäischen Gerichtshof hat zunächst unmittelbare Bedeutung für Silanamin. Darüber hinaus begrüßen wir die Rechtssicherheit, die das Urteil schafft,“ sagt Frank Menzel, Vice President Regulatory Marketing Silica in der Evonik Business Line Smart Effects. „Klarheit darüber, wie Read-across in CLH-Verfahren angewendet werden darf, macht regulatorische Bewertungen künftig berechenbarer – nicht nur für modifizierte synthetische amorphe Kieselsäuren, sondern auch für andere partikelförmige Stoffe.“

Evonik: Leading beyond chemistry

Evonik geht mit der Verbindung aus Innovationsstärke und führender Technologiekompetenz über die Grenzen der Chemie hinaus. Das in mehr als 100 Ländern aktive Chemieunternehmen mit Sitz in Essen erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 14,1 Milliarden € sowie ein Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von 1,9 Milliarden €. Der gemeinsame Antrieb der rund 31.000 Mitarbeiter: mit maßgeschneiderten Produkten und Lösungen als Superkraft für die Industrie den Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen - und dadurch das Leben der Menschen zu verbessern. In allen Märkten. Jeden Tag.

About Advanced Technologies

The Advanced Technologies segment includes Evonik’s market-leading businesses that leverage technological expertise and process know-how. These businesses feature high-performance polymers and crosslinking agents, hydrogen peroxide and silica, as well as feed ingredients. In 2025, the segment generated sales of €5.9 billion with around 9,200 employees.

Über Advanced Technologies

Das Segment Advanced Technologies umfasst Geschäfte, in denen Evonik durch hohe Technologiekompetenz und Prozess-Know-how eine führende Position in globalen Märkten einnimmt. Dazu gehören Hochleistungskunststoffe und Vernetzungsmittel, Wasserstoffperoxid und Silica sowie Zusätze für Tierfutter. Das Segment erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 mit rund 9.200 Mitarbeitern einen Umsatz von 5,9 Mrd. €.

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