Frau lehnt an Wand mit Firmenlogo, daneben großer Topfpflanze in modernem Büro.

07. Mai 2026

Julia über Inklusion: Teilhabe ermöglichen

Julia informiert über die Schwerbehindertenquote, ihre Bedeutung für das Arbeitsleben und zeigt, wie wir Menschen mit Behinderung unterstützen.

Julia, lass uns mit einer wichtigen Kennzahl starten: Wie hoch ist die Schwerbehindertenquote bei Evonik? 

Etwa 9  % der Mitarbeitenden bei Evonik in Deutschland haben eine Schwerbehinderung oder Gleichstellung. Unser Ziel ist es, dieses Niveau möglichst konstant zu halten. Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden müssen in Deutschland 5  % ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen, andernfalls ist eine Ausgleichsabgabe zu zahlen. Evonik liegt seit Jahren deutlich über dieser Quote.   

In Deutschland wird zwischen Schwerbehinderung und Gleichstellung unterschieden: Eine Schwerbehinderung liegt bei einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 vor. Bei einem GdB von 30 oder 40 kann eine rechtliche Gleichstellung bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Beide Regelungen bieten einen besonderen Kündigungsschutz sowie Unterstützung im Arbeitsleben, etwa durch angepasste Arbeitsbedingungen. 

Werden die Potenziale von Menschen mit Behinderung als Fachkräfte ausreichend erkannt? 

Wir schätzen Menschen mit Behinderung sehr, denn viele leisten schon seit Jahren gute und wertvolle Arbeit für Evonik. Schwerbehinderte Kolleginnen und Kollegen haben in der Regel eine starke Bindung zum Unternehmen, die Fluktuation ist gering.  

Der Begriff "Behinderung"

Was würdest du Menschen mit einer Schwerbehinderung raten, wenn es um das Arbeiten bei Evonik geht? 

Wir ermutigen unsere Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit vertrauensvoll und selbstbewusst anzugehen. Wir raten, sich an entsprechenden Stellen im Unternehmen Unterstützung zu holen. In Deutschland ist das beispielsweise bei der Schwerbehindertenvertretung, dem Werksärztlichen Dienst oder dem Betriebsrat. Nur wenn sie offen über ihre Situation, ihre Stärken und ihre Unterstützungsbedarfe sprechen, können wir inklusiv handeln. Wir sehen Schwerbehinderung nicht als Einschränkung von Leistungsfähigkeit, sondern als Teil menschlicher Vielfalt.  

Nur etwa 3-4 % aller Behinderungen sind angeboren oder treten im ersten Lebensjahr auf, alle weiteren Behinderungen werden im Laufe des Lebens, häufig eben auch im Laufe des Arbeitslebens, etwa in Folge von Krankheiten, psychischen Belastungen, Unfällen oder beruflicher Überlastung erworben. Eine Behinderung kann daher jede und jeden treffen, unabhängig von Alter, Lebensplanung oder beruflicher Position.  

Mit welchen Maßnahmen unterstützen wir?  

Viele unserer behinderten Kolleginnen und Kollegen haben ihre Behinderung im Laufe des Lebens erworben. Um sie bestmöglich zu unterstützen und Arbeitsplätze zu erhalten, schaffen wir passende Rahmenbedingungen – etwa durch individuelle Arbeitsplatzanpassungen, flexible Arbeitszeiten, technische Hilfsmittel und weitere begleitende Maßnahmen. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen, damit geschätzte Fähigkeiten weiterhin eingebracht werden können und eine langfristig gesunde Weiterentwicklung möglich bleibt. 

Die Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung ist ein fortlaufender Prozess mit weiteren Lernfeldern und Potenzialen. Offenheit, Kommunikation und der gemeinsame Wille zur Verbesserung helfen uns, Schritt für Schritt inklusiver zu werden. Wir setzen uns dafür ein, eine bedarfsgerechte Arbeitsumgebung mit flexiblen Lösungen entsprechend den Bedürfnissen unserer Mitarbeitenden zu schaffen. 

Was bedeutet Inklusion für dich persönlich, Julia?  

Inklusion ist für mich eine Herzensangelegenheit, weil ich durch meine Arbeit über viele Jahre ganz nah miterleben durfte, was es für Menschen bedeutet, gesehen zu werden und dazugehören zu dürfen. Ich bin überzeugt: Wir haben schon viel erreicht, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Inklusion braucht Aufmerksamkeit, Mut und Menschen, die dranbleiben. Genau deshalb mache ich weiter und setze mich dafür ein, dass Teilhabe nicht die Ausnahme bleibt, sondern selbstverständlich wird.

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