08. Mai 2026

Evonik trotzt widrigen Umständen zum Jahresauftakt

  • Bereinigtes EBITDA im 1. Quartal 2026 mit 475 Millionen € etwas besser als erwartet
  • Absatzmengen fallen um 2 Prozent, Preise um 1 Prozent
  • Jahresprognose bestätigt, Verbesserung im zweiten Quartal

Essen. Evonik hat in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 trotz des sehr schwierigen Umfelds ihr operatives Gewinnziel erreicht. Mit 475 Millionen € lag das bereinigte EBITDA sogar leicht über der Prognose des Unternehmens, etwa 450 Millionen € zu verdienen. Die Situation im Nahen Osten hat zwar zu Preissprüngen bei Energieträgern und wichtigen chemischen Ausgangstoffen geführt und die Planungssicherheit deutlich reduziert. Kurzfristig scheinen sich Kunden jedoch zu bevorraten, was auch für Rückenwind im zweiten Quartal sorgen dürfte.

„Wirtschaftswachstum fußt auf freiem Warenverkehr“, sagt Vorstandschef Christian Kullmann. „Der war durch Protektionismus bereits massiv eingeschränkt. Nun kommt im Nahen Osten noch ein Krieg hinzu, der ganze Seewege blockiert. Das ist ein zusätzliches Risiko.“

Der Umsatz von Evonik lag im ersten Quartal mit 3,43 Milliarden € zwar 9 Prozent unter dem Vorjahreswert, mehr als die Hälfte dieses Rückgangs erklärt sich jedoch durch ungünstige Wechselkurse. Die Absatzmengen sanken um 2 Prozent, die Preise fielen um 1 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge sank um 0,9 Punkte auf 13,9 Prozent. Das Konzernergebnis betrug 125 Millionen €, nach 233 Millionen € im Vorjahresquartal. Der Free Cashflow lag bei guten 183 Millionen € und damit fast auf dem Niveau des Vorjahres (195 Millionen €).

Infolge des Kriegsausbruchs im Nahen Osten verzeichnete Evonik seit März in einigen Geschäften höhere Verkaufsvolumina, vermutlich aufgrund von Vorratskäufen. Auch die Preise für Methionin sind besser als erwartet. Das könnte im laufenden Quartal anhalten, für welches Evonik daher ein bereinigtes EBITDA von wenigstens 550 Millionen € (Q2 2025: 509 Millionen €)​ erwartet. Das 2. Quartal könnte das stärkste Quartal im Jahr 2026 werden, da in der zweiten Jahreshälfte höhere Inflationsraten Konsum und Investitionen beeinträchtigen könnten. Auch Kosten für Energie und Rohstoffe werden voraussichtlich höher ausfallen als ursprünglich angenommen.

„Das erste Quartal war zwar nicht gut, aber es war besser, als wir erwartet hatten, vor allem zum Ende hin“, sagt Claus Rettig, der bis zum 30. April die operativen Aufgaben im Finanzressort wahrgenommen hat. „Das gibt uns etwas mehr Zuversicht verglichen mit dem Jahresbeginn.“

Seit 1. Mai ist Michael Rauch neuer Finanzvorstand von Evonik. Auf der Hauptversammlung am 3. Juni wird Rauch sich den Aktionären von Evonik persönlich vorstellen. Rettig konzentriert sich wieder voll auf seine Position als Präsident der Region Asien-Pazifik.

Trotz der gestiegenen Unsicherheiten bestätigt Evonik die Gewinnprognose für das Jahr 2026 und erwartet weiter ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden €.

Das Programm Evonik Tailor Made ist auf Kurs, in seinem dritten und letzten Jahr die geplanten Einsparungen zu liefern. Zusammen mit verschiedenen Optimierungsprogrammen in den operativen Geschäften werden durch ETM dieses Jahr insgesamt 1,000 Stellen wegfallen.

Entwicklung der Chemie-Segmente

Advanced Technologies:

Der Umsatz des Segments Advanced Technologies ging im ersten Quartal 2026 um 9 Prozent auf 1,45 Milliarden € zurück. Ursächlich hierfür waren spürbar negative Währungseinflüsse sowie leicht geringere Absatzmengen und -preise.

Im Bereich Animal Nutrition gingen die Verkaufspreise nicht so deutlich wie erwartet zurück. Höhere Mengen wirkten teilweise kompensierend. Zudem wirkten sich spürbar negative Währungseinflüsse aus. Der Umsatz blieb unter dem Vorjahreswert, der eine Kompensationszahlung aus der Beendigung eines Liefervertrags enthielt. Der Umsatz des Bereichs Inorganics verringerte sich infolge einer allgemein nachgebenden Mengenentwicklung sowie insbesondere negativen Währungseinflüssen. Der Umsatz des Bereichs Organics ging vor allem preis- und währungsbedingt zurück. Hier profitierten die Hochleistungskunststoffe von positiver Mengennachfrage, die Vernetzer verzeichneten leicht schwächere Nachfrage.

Das bereinigte EBITDA im Segment blieb mit 241 Millionen € um 17 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Verringerung ist vor allem auf die nachgebenden Verkaufspreise sowie negative Währungseinflüsse zurückzuführen. Die bereinigte EBITDA-Marge nahm von 18,2 Prozent im Vorjahresquartal auf 16,6 Prozent ab.

Custom Solutions:

Im Segment Custom Solutions verringerte sich der Umsatz im ersten Quartal 2026 um 7 Prozent auf 1,33 Milliarden €. Dies resultierte bei nahezu stabilen Verkaufspreisen aus spürbar negativen Währungseffekten und geringeren Mengen.

Im Bereich Additives verzeichneten die Additive für Polyurethanschäume sowie langlebige Konsumgüter eine etwas höhere Mengennachfrage. Die Öladditive verzeichneten ebenfalls leicht gestiegene Mengen. Insgesamt ging der Umsatz des Bereichs Additives vor allem währungsbedingt zurück. Der Bereich Care erzielte einen unter Vorjahr liegenden Umsatz, da leicht höhere Verkaufspreise die Effekte aus dem Mengenrückgang sowie negativer Währungseinflüsse nur teilweise ausglichen.

Das bereinigte EBITDA verringerte sich vor allem infolge der schwächeren Mengennachfrage sowie der negativen Währungseinflüsse um 12 Prozent auf 227 Millionen €. Die bereinigte EBITDA-Marge nahm von 17,9 Prozent im Vorjahresquartal auf 17,0 Prozent ab.

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Evonik: Leading beyond chemistry

Evonik geht mit der Verbindung aus Innovationsstärke und führender Technologiekompetenz über die Grenzen der Chemie hinaus. Das in mehr als 100 Ländern aktive Chemieunternehmen mit Sitz in Essen erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 14,1 Milliarden € sowie ein Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von 1,9 Milliarden €. Der gemeinsame Antrieb der rund 31.000 Mitarbeiter: mit maßgeschneiderten Produkten und Lösungen als Superkraft für die Industrie den Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen - und dadurch das Leben der Menschen zu verbessern. In allen Märkten. Jeden Tag.

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