22. September 2026

Evonik schärft Wachstumsstrategie

•    Geschäfte und deutsche Standorte erhalten klare Rollenprofile

•    Investitionen stärken globale geostrategische Balance

•    Umbauprogramm Evonik Tailor Made liefert finanziellen Spielraum  

Essen. Mit einer klaren Fokussierung aller Aktivitäten will Evonik in den kommenden drei Jahren das eigene Wachstum stärken. Das Produkt-Portfolio wird nach Rollenprofilen geordnet, allen großen Standorte in Deutschland werden spezifische Aufgaben zugeteilt. Zugleich wird die geostrategische Balance durch gezielte Wachstumsprojekte optimiert.

Finanzielle Spielräume für diese Investitionen sichert sich Evonik durch das Umbauprogramm Evonik Tailor Made, das zum Ziel hat, die Kostenbasis des Konzerns weiter zu senken. Im Rahmen dieses Programms werden weltweit 3200 Stellen abgebaut, rund 2150 davon in Deutschland.

Im Rahmen der jährlichen Strategieklausur haben Vorstand und Aufsichtsrat die Planung bis 2030 umfassend diskutiert. „Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter teilen eine Überzeugung: Wir befinden uns in einer strukturellen und ökonomischen Krise unserer Industrie“, sagt Interims-CEO Claus Rettig. „Wir werden diese Polykrise nutzen, um alte Strukturen zu ändern und uns besser aufzustellen. Auch in dieser Krise wachsen viele Teile unseres Geschäfts-Portfolios. Wir werden daher unser Wachstum auf unsere Stärken, die richtigen Zukunftsthemen und lukrativsten Märkte konzentrieren. Zugleich werden wir Spielräume durch verbesserte Kostenpositionen schaffen.“

Die umfassende Transformation von Evonik wird damit auf allen Ebenen fortgesetzt. Das Portfolio wird durch gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte gestärkt. So wurden gerade in Kanada und in der Slowakei Wachstumsprojekte in den Bereichen Healthcare und Biotechnologie mit einem Gesamtvolumen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gestartet.

Die einzelnen Geschäftsbereiche werden konsequent nach ihrer Rolle ausgerichtet und entsprechend geführt: als Wachstumstreiber oder als Cash-Generator. So wird in diesen Tagen die neue Business Line Designed Polymer Solutions gegründet, die verschiedene Wachstumsthemen aus den Märkten Luft- und Raumfahrt, Automotive sowie Gas-Separation unter anderem im Bereich Biogas und Wasserstoff bündelt.

Gute Chancen für Wachstum sieht Evonik besonders in Asien und Amerika. Weitere Investitionsprojekte in diesen Regionen werden aktuell geprüft. Auch aus dem bestehenden europäischen Produktionsnetz, zu dem im Wesentlichen die deutschen Standorte zählen, sollen die Wachstumsmöglichkeiten in Asien und Amerika schneller und konsequenter genutzt werden. Ziel bleibt eine ausgewogene Umsatzverteilung in den drei Schwerpunktregionen Europa, Asien und Amerika.

In Deutschland wird für jeden der sechs großen Produktionsstandorte ein eindeutiges Profil definiert, auf das der jeweilige Standort in den kommenden Jahren weiterentwickelt wird. Die Umsetzung dieser ausgearbeiteten Zukunftsbilder beginnt in diesen Tagen.

Zugleich zieht sich Evonik weltweit aus Geschäftsaktivitäten zurück, für die keine Perspektive im Unternehmen besteht. „Nur wenn wir in dem, was wir tun, jeweils führend sind, werden wir uns dauerhaft in der Spitze unserer Industrie festsetzen können“, sagt Rettig. „Die Zukunft wird volatil bleiben, wir müssen also in der Lage sein, auf kurzfristige Änderungen flexibel zu reagieren, um unseren Kunden in allen Regionen der Welt ein verlässlicher Partner zu sein. Unsere Aufstellung und Innovationsstärke in vielen Schlüsseltechnologien in der Spezialchemie bieten uns dafür ein besseres Fundament im Vergleich zum Wettbewerb." 

In diesen Kontext ordnen sich die angekündigten Schließungen kleinerer Standorte ein. Die Verkaufspläne für die großen Bereiche C4-Chemie (Oxeno GmbH) und die Infrastrukturbetriebe Syneqt GmbH werden planmäßig vorangetrieben.

Das Umbauprogramm Evonik Tailor Made geht 2027 in die zweite Umsetzungsphase. Diese schließt nahtlos an die erste Phase von 2024 bis 2026 an und zieht sich über drei Jahre bis 2029.

Die Ausarbeitung der Maßnahmen im Detail ist bis Ende 2026 abgeschlossen. Personalwirtschaftliche Instrumente für den Stellenabbau sind, neben der Nicht-Nachbesetzung freiwerdender Stellen, frühere Übergänge in den Ruhestand sowie freiwillige Abkehr gegen Zahlung von Abfindungen. Betriebsbedingte Beendigungskündigungen sind weiterhin ausgeschlossen. „Evonik war und ist als Unternehmen bekannt, das soziale Verantwortung lebt und den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern intensiv pflegt“, sagt Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor. „Auch in diese große Transformation gehen wir gemeinsam und führen sie zusammen erfolgreich zum Ziel.“

 

Evonik: Leading beyond chemistry

Evonik geht mit der Verbindung aus Innovationsstärke und führender Technologiekompetenz über die Grenzen der Chemie hinaus. Das in mehr als 100 Ländern aktive Chemieunternehmen mit Sitz in Essen erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 14,1 Milliarden € sowie ein Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von 1,9 Milliarden €. Der gemeinsame Antrieb der rund 31.000 Mitarbeiter: mit maßgeschneiderten Produkten und Lösungen als Superkraft für die Industrie den Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen - und dadurch das Leben der Menschen zu verbessern. In allen Märkten. Jeden Tag.

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