Hanau. Aus alt mach neu: Evonik treibt am Standort Hanau eine Technologie voran, die Polyurethan-(PU)-Schaum in den Wertstoffkreislauf zurückführen kann. Bei einem Besuch im Industriepark Wolfgang hat der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, Kaweh Mansoori, jetzt einen Förderbescheid zur weiteren Entwicklung des innovativen Recyclingverfahrens übergeben.
Allein in Deutschland fallen jährlich Tausende Tonnen PU-Schaum aus ausrangierten Matratzen, Autositzen oder Möbeln an. Evonik arbeitet daran, eine Technologie zu etablieren, um den Kreislauf zu schließen. Mithilfe eines neu entwickelten Hydrolyseverfahrens wird der Schaum in seine chemischen Grundbausteine zerlegt. Die enthaltenen Rezyklate lassen sich vollständig zurückgewinnen und erneut für die Herstellung hochwertiger Produkte einsetzen.
Was im Labor erfolgreich erprobt wurde, demonstriert Evonik inzwischen in einer kontinuierlich betriebenen Pilotanlage am Standort Hanau. Ziel ist die industrielle Skalierung – und damit die Substitution fossiler Rohstoffe, eine deutliche Reduktion des CO₂-Fußabdrucks sowie die konsequente Umsetzung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.
In Hanau ist der Aufbau eines Technologiezentrums geplant, in dem Kunststoffe chemisch recycelt werden sollen. In diesem Zentrum sollen Verfahren zur Vorbehandlung (Zerkleinern, Pelletieren, Mahlen) und Aufreinigung von Reaktionsmischungen (Filtration, Zentrifugation) sowie die Nutzbarmachung von zusätzlichen Abfallströmen weiter erforscht werden.
„Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage der chemischen Industrie ist es entscheidend, Innovationen gezielt zu fördern“, sagt Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik. „Die Unterstützung des Landes Hessen kommt zur richtigen Zeit und hilft uns, nachhaltige Technologien schneller in die industrielle Anwendung zu bringen. Dafür bedanken wir uns herzlich!“