MIT WASSERSTOFFPEROXID IST EINE NACHHALTIGE UND KOSTENEFFIZIENTE RAUMFAHRT MÖGLICH
Wasserstoffperoxid (H2O2) kann Weltraumraketen und Satelliten antreiben. Entweder als Teil eines Treibstoffmixes oder ganz allein. Mehrere Faktoren machen hochkonzentriertes H2O2 zu einem alternativen Oxidationsmittel, das Raketen und Satellitenantriebe mit der notwendigen Schubenergie versorgt. Da es lediglich in Wasser und Sauerstoff zerfällt, erfolgt dies ohne Rückstände und ist umweltfreundlich. Zudem kann H2O2 kleinere, kostengünstigere Trägerraketen in den Orbit bringen, die ausreichen, um die immer gefragteren Nano- und Mikrosatelliten präzise auszusetzen. Auch diese lassen sich bereits mit wenig H2O2 als Treibstoff navigieren und so in neue Umlaufbahnen bringen.
ABER JETZT MAL GENAUER HINGESCHAUT: WARUM EIGNET SICH GERADE H₂O₂ SO GUT FÜR DIE RAUMFAHRT?
Wasserstoffperoxid in einer Konzentration von über 80 Gewichtsprozent verfügt über eine enorme Power. Mit ihr lassen sich tonnenschwere Lasten in Bewegung versetzen, etwa Weltraumraketen. Daneben bietet hochkonzentriertes H2O2 einen weiteren Vorteil: Es beinhaltet nur wenig Wasser, das lediglich nutzloser Ballast ist. Somit trifft reichlich Energie auf wenig Ballast. Das macht Wasserstoffperoxid zu einem idealen Raketentreibstoff, denn weniger Ballast heißt auch weniger Kosten. Hochkonzentriertes H2O2 kann die neuen, zumeist kleineren Raketengenerationen antreiben, die Satelliten punktgenau im erdnahen Orbit aussetzen. Daneben ist Wasserstoffperoxid vergleichsweise einfach zu handhaben und zu lagern. All diese Faktoren ebnen kleineren Unternehmen und selbst Start-ups den Weg in die Raumfahrtindustrie.
Wegbereiter für Green Rocketry
Wasserstoffperoxid hat darüber hinaus das Potenzial, Wegbereiter der sogenannten Green Rocketry zu werden. Beim Raketenstart zerfällt H2O2 lediglich in seine natürlichen Bestandteile Wasser und Sauerstoff. Es setzt somit keinerlei umweltschädliche oder gar gesundheitsgefährdende Substanzen frei.
Wasserstoffperoxid ist somit eine wichtige Komponente, die den nächsten Evolutionsschritt in der Raumfahrt unterstützt: den Einsatz als verlässlicher Antrieb für immer kleinere und kostengünstigere Raketen sowie Satelliten.
Satelliten umlenken und abbremsen
Ähnlich wie bei Trägerraketen gibt es auch bei Satelliten eine Entwicklung hin zu deutlich kompakteren Lösungen. Schon Nano- und Mikrosatelliten bieten Platz für leistungsfähige Hochtechnologie, die eine vernetzte Welt ermöglicht. Werden sie mit Wasserstoffperoxid als Treibstoff bestückt, können sich einmal ausgesetzte Satelliten nach einer Weile bequem in eine andere Umlaufbahn lenken lassen. Auf diese Weise lässt sich die Nutzungszeit von Satelliten verlängern. Und wenn ein Satellit ausgedient hat, dann kann er dank H2O2 abgebremst werden. So gelangt er in eine niedrigere Umlaufbahn, wo er kontrolliert verglüht und keinen Weltraumschrott darstellt.