Position in der Wertschöpfungskette

Position in der Wertschöpfungskette

F-SUS

Als ein führender Anbieter von maßgeschneiderten Produkten und Lösungen befindet sich Evonik im Wesentlichen in der Mitte verschiedener Wertschöpfungsketten. Unsere Lieferanten sind überwiegend Hersteller von fossilen Basischemikalien sowie anorganischen Grundchemikalien, Produzenten von nachwachsenden Rohstoffen sowie Energieversorger. Insgesamt hat Evonik etwa 33.000 Lieferanten, wobei die größten 100 Lieferanten für etwa 40 Prozent der Beschaffungsaufwendungen stehen. Von diesen 100 Lieferanten befinden sich etwa 60 in Europa, 25 in Amerika und 15 in Asien.

Evonik verarbeitet in ihren Segmenten die Rohstoffe und Vorprodukte in unterschiedlichen Produktionsverfahren und stellt Vorprodukte für Kunden im weiterverarbeitenden Gewerbe her.

Breit gefächerte Endkundenmärkte

Unsere Kunden sind überwiegend Industrieunternehmen, die unsere Produkte weiterverarbeiten. Das Spektrum der Märkte, in denen diese tätig sind, ist vielfältig und ausgewogen. Auf keinen dieser Endmärkte entfallen mehr als 20 Prozent unseres Umsatzes. Durch diese Ausrichtung auf ein breites Anwendungsspektrum sowie die weltweite Aufstellung agiert Evonik in einem Umfeld mit zahlreichen sowohl globalen als auch regionalen Wettbewerbern. Durch die Verflochtenheit der chemischen Industrie sind in vielen Fällen Wettbewerber aus einem Produktbereich gleichzeitig Kunden in einem anderen Produktbereich.

Integrierte Technologieplattformen als Wettbewerbsvorteil

Unsere Produkte stellen wir auf Basis hochentwickelter Technologien her, die wir ständig weiter optimieren. Vielfach verfügt Evonik über integrierte Produktionskomplexe, in denen wichtige Vorprodukte in angrenzenden Produktionsanlagen selbst hergestellt werden. Unseren Kunden bieten wir dadurch ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit. Gleichzeitig stellen diese integrierten World-Scale-Technologieplattformen in Verbindung mit technologisch anspruchsvollen Herstellungsprozessen Eintrittsbarrieren für diese Geschäfte dar.

Globale Produktion

Evonik erwirtschaftet 82 Prozent ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands und ist in über 100 Ländern tätig. Wir betreiben Produktionsanlagen an 98 Standorten in 27 Ländern auf sechs Kontinenten und sind damit nah an unseren Märkten und Kunden. Die größten Produktionsstandorte wie Marl, Wesseling und Rheinfelden in Deutschland sowie Antwerpen (Belgien), Mobile (Alabama, USA), Schanghai (China) und Singapur beheimaten integrierte Technologieplattformen, die überwiegend für mehrere operative Einheiten produzieren.

Beschaffung

Der Einkauf von Evonik ist global organisiert und umfasst den direkten Einkauf (Rohstoffe, Logistik und Packmittel) und den indirekten Einkauf (Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen). Als weltweite Funktion sind uns Methodenexzellenz, Prozesseffizienz, Compliance sowie die Nutzung von Einkaufssynergien wichtig. Geschäftsübergreifende Bedarfe werden gebündelt am Markt platziert und so Preisvorteile genutzt. Versorgungssicherheit durch die Erschließung neuer Beschaffungsmärkte, die Erweiterung und Diversifizierung unserer Lieferantenbasis sowie der gezielte Einsatz langfristiger Lieferverträge sind die Kernaufgabe unseres Einkaufs. Material- sowie Dienstleistungskosten werden dabei fortwährend optimiert.

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Nachhaltige Innovationen

 

Innovationen spielen für unsere konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und profitables Wachstum eine entscheidende Rolle. Zudem unterstützen wir mit nachhaltigen Innovationen unsere Kunden dabei, ihre Ziele im Hinblick auf Klimaschutz, Biodiversität und Zirkularität zu erreichen.

 

Nachhaltigkeit ist eine der Grundlagen unseres Innovationsportfolios, denn unser Ziel ist es, Hand- und Fußabdruck von Evonik zu verbessern. Diese Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Innovation manifestiert sich unter anderem in personellen Überschneidungen bei der Besetzung des Research, Development & Innovation (RD&I) Councils und des Sustainability Councils. Die Allokation von Ressourcen in Forschung & Entwicklung (F&E) steuern wir nach strategischen Gesichtspunkten, zu denen auch eine eingehende Nachhaltigkeitsbewertung zählt. Dafür bedienen wir uns der Methodik, die wir für die Nachhaltigkeitsbewertung unserer Geschäfte bereits etabliert haben. Mit dem Idea-to-Profit (I2P)-Prozess steuern wir unsere F&E-Projekte über mehrere Stufen hinweg systematisch von der Idee über die Entwicklung bis zur profitablen Vermarktung.

 

2024 haben wir die Grundlagen für drei neue Innovationswachstumskerne gelegt. Damit wollen wir bis 2032 einen zusätzlichen Umsatz von 1,5 Milliarden € – gemessen an 2023 – erwirtschaften. Diese Kerne benennen drei große Herausforderungen unserer Zeit:

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Advance Precision Biosolutions

Mit Hilfe von Biotechnologie entwickeln wir Biotenside sowie kosmetische und pharmazeutische Lösungen, die die Lebensqualität der Menschen verbessern und gleichzeitig unsere Ökosysteme schützen.

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Accelerate Energy Transition

Um echte Klimaneutralität zu erreichen, müssen wir Emissionen vermeiden, zusätzlich CO2 abscheiden und eine Wasserstoffwirtschaft aufbauen.

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Enable Circular Economy

Wir bündeln unsere Forschungsschwerpunkte für eine moderne Kreislaufwirtschaft, helfen dabei, Stoffkreisläufe zu schließen, und ebnen unseren Kunden den Weg in eine zirkuläre Zukunft.

Mit diesen Innovationswachstumskernen konzentrieren wir uns auf Lösungen für eine biobasierte, energieschonende und kreislauffähige Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Unsere Aktivitäten im Bereich F&E steuert federführend die Funktion RD&I. Zu ihr gehören die F&E-Teams der Segmente, das Innovationsmanagement, die Creavis als Business Incubator und strategische Forschungseinheit sowie Evonik Venture Capital. Die Strategie für F&E gibt der RD&I Council vor, der auch die Verteilung der personellen und finanziellen F&E-Ressourcen steuert. Unter der Führung des für Chemie und Innovation verantwortlichen Vorstandsmitglieds gehören dem Council der Chief Innovation Officer, die Leitung der Konzernstrategie sowie die Segmentleitungen an.

Die strategische Innovationseinheit Creavis dient dem Konzern als Business Incubator fur mittel- bis langfristige Projekte jenseits des Produkt- und Marktfokus unserer operativen Geschäfte.

Ihre Aktivitäten bündelt die Creavis derzeit in drei Inkubationscluster:

  • Das Cluster Defossilation unterstützt Industrien, unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu werden. Hier werden wachstumsstarke Lösungen erarbeitet, die dazu beitragen, den Weg in eine zirkuläre und klimaneutrale Wirtschaft zu ebnen.
  • Schwerpunkt des Clusters Life Science sind neuartige Konzepte für die ressourcenschonende und nachhaltige Produktion von Lebensmitteln für eine weiterhin wachsende Weltbevölkerung. Die Vorbeugung und Heilung von Krankheiten, insbesondere im Hinblick auf das steigende Lebensalter vieler Menschen, ist ein weiterer Fokus.
  • Solutions Beyond Chemistry fordert nachverfolgbare, sichere und zirkuläre Wertschöpfungsketten auf Basis von dezidiertem Anwendungs-Know-how und datenbasierten Lösungen. Das erhöht die Transparenz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Industriesystemen.

Creavis fokussiert sich auf Geschäfte, die mindestens einen der drei Innovationswachstumskerne voranbringen.

Unsere Venture-Capital-Aktivitäten ermöglichen einen frühzeitigen Einblick in innovative Technologien und Geschäftsmodelle. Die Zusammenarbeit mit Start-up-Unternehmen und Technologiefonds weltweit gewährleistet Evonik einen beschleunigten Zugang zu attraktiven Zukunftstechnologien und Märkten.

Der Evonik Biotech Hub entwickelt für seine internen und externen Kunden maßgeschneiderte und wettbewerbsfähige Lösungen. Er nutzt dafür sein ausgeprägtes Verständnis für komplexe biologische Systeme, der Stammentwicklung und biotechnologische Produktionsprozesse bis hin zu großtechnischen Produktionsanlagen und hat alle Geschäftsgebiete von Evonik im Blick. Wir vertrauen auf die industrielle Biotechnologie bei der Herstellung von Biomolekülen und funktionalen Mikroorganismen.

Globales Forschungsnetzwerk

Weltweit umfasst RD&I mehr als 40 Standorte mit rund 2.400 Mitarbeitern in Forschung & Entwicklung. 2025 betrugen die F&E-Aufwendungen 418 Millionen €. Die F&E-Quote – das Verhältnis von F&E-Aufwendungen zum Umsatz – belief sich unverändert auf 3,0 Prozent.

Product Stewardship ist unsere „license to operate“. Evonik verfolgt ihre Produkte entlang der Wertschöpfungskette von der Rohstoffbeschaffung bis zur Abgabe an unsere industriellen Kunden. Dieser Ansatz ist nicht als vollständiges Life Cycle Assessment zu verstehen. Zu Product Stewardship gehört auch, mögliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch Produkte von Evonik zu bewerten und bestmöglich zu verringern. Product Stewardship umfasst bei Evonik die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen – beispielsweise der europäischen Chemikalienverordnung REACH, des Global Harmonisierten Systems (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien oder auch bestimmter Anwendungsgesetze. Über die gesetzlichen Regelungen hinaus bekennen wir uns seit vielen Jahren zur freiwilligen internationalen Responsible-Care®-Initiative bzw. zur Global Charter des Weltchemieverbands ICCA. Evonik beschreibt die Umsetzung und die Kontrollmechanismen zur Überprüfung der Einhaltung in einem internen Product-Stewardship-Konzernstandard. Die Eckpunkte unseres Umgangs mit Product Stewardship haben wir in einem auf unserer Webseite veröffentlichten Grundsatzpapier zu Product Stewardship festgelegt. Dabei geht es um die Zukunftssicherung unseres Produktportfolios durch die Substitution von Gefahrstoffen in der Lieferkette. Gleichzeitig arbeiten wir im Rahmen einer nachhaltigeren Gestaltung unseres Portfolios an alternativen Lösungen für Gefahrstoffe in unseren Produkten. Entsprechend werden Product-Stewardship-Aspekte auch bei Akquisitionen und Desinvestitionen betrachtet, um sicherzustellen, dass beim Erwerb des neu hinzukommenden Produktportfolios die Evonik-internen Kriterien Berücksichtigung finden. 

 

Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsanalyse der Geschäfte untersuchen wir Aspekte von Product Stewardship entlang der Wertschöpfungskette. In verschiedenen Kategorien erfassen und bewerten wir verschiedene Signale (siehe Grafik „Marktsignale“). Dabei beziehen sich die Signalkategorien 1 und 2 konkret auf kritische Substanzen und Regulatorik. In Signalkategorie 3 werden Nachhaltigkeitsambitionen der Wertschöpfungskette auch für das Thema Product Stewardship und die Chemikaliensicherheit erfasst, bevor diese Teil der Regulatorik werden. PARCs mit negativer Bewertung – sogenannte „Transitioner“ oder als „Challenged“ klassifizierte Umsätze – machen nur einen geringen Teil unseres Portfolios aus. Den Umsatzanteil mit „Challenged“-Produkten wollen wir dauerhaft unter 5 Prozent halten. Dies geschieht sowohl durch den kontinuierlichen Ersatz von Gefahrstoffen in unseren Produkten als auch durch die Arbeit an alternativen Lösungen.

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Chemikaliensicherheit ist seit jeher ein wichtiges Thema für Evonik. Uns ist bewusst, dass wir in unseren Prozessen sowohl besorgniserregende Stoffe, sogenannte Substances of Concern (SoC), als auch besonders besorgniserregende Stoffe, sogenannte Substances of Very High Concern (SVHC), einsetzen und/oder diese während unserer Produktion entstehen können. Sie sind in Teilen essenziell, um gezielte Produkteigenschaften zu ermöglichen – eine Grundvoraussetzung für das Gelingen der grünen Transformation. So finden sie beispielsweise Anwendung in Windrädern, Solarmodulen oder Elektromobilität. Wir unterziehen alle Stoffe, die die SVHC-Kriterien erfüllen – einschließlich unserer selbst eingestuften Stoffe – einer vertieften Bewertung, um die Produkttoxizität zu verringern und die Substitution durch weniger bedenkliche Alternativen voranzutreiben. 

 

SVHCs sind ein Teil der SoCs. Gemäß der Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit zählen zu den SoCs sowohl Stoffe mit beispielsweise chronischer Wirkung auf die Gesundheit des Menschen oder die Umwelt als auch Stoffe, die verhindern, dass durch Recycling sichere, hochwertige Sekundärrohstoffe gewonnen werden können. SoCs umfassen alle Stoffe, die auf der REACH-SVHC-Kandidatenliste stehen, sowie Stoffe mit bestimmten Gefahrenklassen des Annex VI der CLP-Verordnung und Stoffe, die negative Auswirkungen auf das Recycling und die Wiederverwendung von Materialien gemäß ESPR haben. Evonik informiert über das Vorkommen von SoCs und SVHCs in ihren Produkten entsprechend den Vorgaben der REACH- und der CLP-Verordnung im Rahmen der Lieferkette über Sicherheitsdatenblätter. Als Anbieter chemischer Lösungen verkaufen wir unsere Produkte dabei an andere Industrieunternehmen.

 

Evonik unterzieht sämtliche von ihr in Verkehr gebrachten Stoffe (>1 Tonne/Jahr) einer Bewertung. Für eine fundierte Risikoabschätzung berücksichtigen wir SoCs dabei auch in kleinen Mengen. Im Bedarfsfall werden bestimmte Verwendungsmuster eingeschränkt oder im Extremfall sogar Anwendungsverbote für einzelne Produkte ausgesprochen. Für die Bewertung unserer Stoffe verwenden wir das von Evonik selbst entwickelte Chemicals-Management-System (CMS). Das System erlaubt uns, unsere Stoffe auf globaler Ebene zu bewerten. Die CMS-Inhalte wurden mit Vorgaben des internationalen Chemieverbands ICCA sowie den REACH-Anforderungen harmonisiert. Um eine sichere Produktion und Verwendung zu gewährleisten, setzen wir auf fortschrittliche Technologien und vielfältige Risikomanagementmaßnahmen. Als Erweiterung des CMS bezieht sich unser Chemicals-Management-SystemPLUS auf Produkte, die mehr als 0,1 Prozent eines Stoffs, der die SVHC-Kriterien erfüllt, enthalten. Wir wollen diese, wo immer möglich, reduzieren oder ersetzen.

 

Ziel

 

  • Erfassung und Bewertung von Stoffen/Produkten in Bezug auf CMS/CMSPLUS aus Akquisitionen bis Ende 2029

 

Unser bisheriges, freiwillig gesetztes Ziel – die Erfassung und Bewertung von Stoffen bis 2026, die von 2021 bis 2023 aufgrund von Akquisitionen in unser Portfolio aufgenommen wurden – haben wir im Berichtsjahr erweitert. Zusätzlich zum bisherigen Ziel wollen wir Stoffe, die von 2024 bis 2026 aufgrund von Akquisitionen in unser Portfolio aufgenommen wurden, bis Ende 2029 erfassen und bewerten. Auch im Rahmen von CMSPLUS werden Produkte, die von 2021 bis 2023 bzw. von 2024 bis 2026 aufgrund von Akquisitionen in unser Portfolio aufgenommen wurden, bis Ende 2026 bzw. 2029 erfasst und bewertet. 

 

Weitere Maßnahmen zu Product Stewardship

Angesichts des globalen Handels mit chemischen Produkten und Chemikalien ist es wichtig, die breite Kommunikation zu deren sicherer Handhabung und Verwendung zu fördern. Dieser Verantwortung stellen wir uns mit einem weltweiten, umfassenden Informationsangebot. Dazu gehören Informationsportale, Sicherheitsdatenblätter – auch für nicht eingestufte Produkte – in über 35 Sprachen, technische Merkblätter und umfangreiche Informationen auf unserer Webseite. Darüber hinaus haben wir ständig erreichbare Notfalltelefonnummern einschließlich Dolmetscherservice und E-Mail-Briefkästen eingerichtet. Unsere Fachabteilungen stehen unseren Kunden auf allen Stufen des Produktlebenszyklus beratend zur Seite. Das reicht von der Rohstoffauswahl, über den Umgang mit möglichen toxikologischen, ökotoxikologischen und physikalisch-chemischen Gefahren bis zu daraus resultierenden Risiken unter Berücksichtigung der Exposition. Weiterhin beraten wir über regulatorische Anforderungen bei den geplanten Verwendungen bis hin zu Transport und Entsorgung. Im Bedarfsfall schulen wir unsere Kunden im Umgang mit unseren Produkten. Im Rahmen der Erfassung wurden 2025 keine Verstöße bei der Kennzeichnung von Produkten festgestellt. Für die Meldung an die Giftinformationszentralen (Poison Center Notification) nutzt Evonik ein automatisiertes Tool, das auf die Daten unseres zentralen SAP-Systems zugreift.

 

Um die Sicherheit unserer Produkte bewerten zu können, benötigt Evonik toxikologische und ökotoxikologische Daten. Im Rahmen unserer Verantwortung für den Tierschutz prüfen wir bereits im Vorfeld eingehend mögliche Alternativen zu Tierstudien. Als aktives Mitglied von EPAA, ECETOC und Cefic-LRI setzen wir uns dafür ein, alternative Methoden unter dem Begriff „New Approach Methodologies“ (NAMs) und wissenschaftliche Bewertungsansätze sektorübergreifend voranzubringen. Wenn unvermeidbar, lässt Evonik im Rahmen ihrer Tierschutzleitlinien entsprechende Tierstudien ausschließlich von zertifizierten Prüfinstituten gemäß nationalen und internationalen gesetzlichen Vorgaben durchführen und achtet auf die Einhaltung von Tierschutz.

 

 

PFAS – Herausforderung und Verantwortung

 

Mikroplastik

 

Nanotechnologie

 

 

Evonik versteht Circular Economy als grundlegende Transformation hin zu einer klimaneutralen, ressourceneffizienten Wirtschaft, in der Produkte und Materialien möglichst lange genutzt und Rohstoffe nach Gebrauch wiederverwendet werden. Wirtschaftliches Wachstum und Ressourcenverbrauch werden entkoppelt. Eine bessere Ressourcennutzung hat für Evonik einen hohen Stellenwert. Zirkuläres Wirtschaften gewinnt für Evonik, angesichts der planetaren Grenzen an Bedeutung. Zunehmende Rohstoffknappheit kann zu einer unzureichenden Verfügbarkeit von Ressourcen in der Lieferkette führen. Mit unseren Aktivitäten wie der Diversifizierung von Rohstoffen sorgen wir für eine erhöhte Versorgungssicherheit für die Produktion und machen diese unabhängiger von endlichen fossilen und anderen nicht zirkulären Ressourcen. Evonik ist integraler Bestandteil verschiedener Wertschöpfungsketten und verfügt über Know-how zu Prozessen, Technologien, Chancen und Risiken vor- und nachgelagerter Akteure. So eröffnen sich für Evonik durch Circular Economy neue Geschäftsmöglichkeiten und attraktive Wachstumschancen.

 

Circular Economy betrachtet den kompletten Lebenszyklus von Produkten. Wir unterstutzen sämtliche Geschäftsaktivitäten, Technologien und Innovationen, die zu einer Beschleunigung von ökologisch und wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen hin zu zirkularen Wertschöpfungsketten beitragen. Im Berichtsjahr haben wir ein Grundsatzpapier „Circular Economy und Ressourcennutzung“ verabschiedet und auf unserer Webseite veröffentlicht. 

Zirkularität Grafik DE
Circular Economy betrachtet den kompletten Lebenszyklus.

Die Weiterentwicklung unserer Technologien und Produkte und die Veränderung unserer Rohstoffplattformen sind eine Grundvoraussetzung für die Ermöglichung der Circular Economy. Neben unseren eigenen Ambitionen liegen wesentliche Treiber in zunehmenden regulatorischen Anforderungen und den Selbstverpflichtungen unserer Kunden sowie weiterer Unternehmen, wie Endprodukthersteller, die zunehmend ambitionierte CO2-Reduktionsziele und Ziele zum Einsatz von zirkulären Materialien formulieren. Die Zusammenarbeit mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist für Evonik ein wichtiger Schlüssel, um zum Gelingen der Transformation hin zu einer Circular Economy beizutragen.

 

Mit dem Global Circular Economy Program stärken wir die Weiterentwicklung unserer Geschäftsaktivitäten in Richtung Circular Economy unter Einbezug sämtlicher Geschäftsgebiete der Evonik. Wir betrachten zirkulare Rohstoffe jeder Art sowie Wertschöpfungsketten in allen Evonik-Märkten.

 

Ziele

 

  • Mindestens 1 Milliarde € zusätzlicher Umsatz mit zirkularen Produkten und Technologien bis 2030
 
  • Reduzierung der spezifischen Produktionsabfallmenge um 10 Prozent bezogen auf die Produktionsmenge im Zeitraum 2021 – 2030

 

Mit dem Global Circular Economy Program will Evonik – in Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern – dazu beitragen, eine zirkuläre Wirtschaft zu ermöglichen. Dies spiegelt sich auch in unserem Ziel wider, bis zum Jahr 2030 mindestens 1 Milliarde € zusätzlichen Umsatz mit zirkulären Produkten und Technologien zu generieren. Zirkuläre Produkte und Technologien helfen dabei, Materialien möglichst lange und effizient zu nutzen – zum Beispiel durch intelligentes Design, den Einsatz rezyklierter Rohstoffe, eine längere Lebensdauer oder bessere Recyclingverfahren.

 

Darüber hinaus wollen wir im Zeitraum 2021 bis 2030 die spezifische Produktionsabfallmenge bezogen auf die Produktionsmenge um 10 Prozent senken. Erreichen wollen wir dies durch ein breites Spektrum an Maßnahmen an unseren Produktionsstandorten, die unter anderem im Rahmen des Projekts EAGER identifiziert wurden. Unsere freiwilligen, vom Vorstand verabschiedeten Ziele adressieren die höchste Ebene der Hierarchie der Abfallbewirtschaftung: die Abfallvermeidung.

 

Global Circular Economy Program

 

Mit dem Global Circular Economy Program will Evonik – in Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern – dazu beitragen, eine zirkuläre Wirtschaft zu ermöglichen. Dies spiegelt sich auch in unserem Ziel wider, bis zum Jahr 2030 mindestens 1 Milliarde € zusätzlichen Umsatz mit zirkulären Produkten und Technologien zu generieren. Zirkuläre Produkte und Technologien helfen dabei, Materialien möglichst lange und effizient zu nutzen – zum Beispiel durch intelligentes Design, den Einsatz rezyklierter Rohstoffe, eine längere Lebensdauer oder bessere Recyclingverfahren.

 

Unser Global Circular Economy Program umfasst kurz- bis mittelfristige Maßnahmen mit einem klaren Fokus auf Geschäftsentwicklungen.

Beispielsweise sind dies:

 

  • der Einsatz zirkulärer Rohstoffe,
  • die Entwicklung von Lösungen für mechanische und chemische Recyclingtechnologien,
  • die Identifikation von Geschäftsopportunitäten und Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle sowie
  • die intensive Auseinandersetzung mit und die Gestaltung neuer Wertschöpfungsketten.

 

Evonik unterteilt ihre Aktivitäten in die Themen Rohstoffbeschaffung, Abfall- und Ressourcenmanagement in der eigenen Produktion und Lösungen zur Ermöglichung von Circular Economy.

 

Lösungen zur Ermöglichung von Circular Economy

 

Technologien von Evonik leisten durch ihre spezifischen Eigenschaften einen Beitrag zur Reduzierung von Abfällen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Unsere innovativen Additive ermöglichen die Nutzung recycelter Kunststoffe aus offenen und geschlossenen Kreisläufen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Additiven, die einen hohen Anteil an Rezyklaten in Komponenten für Pkw zulassen. Damit stärken wir die Zirkularität im Automobilbereich (siehe Abschnitt „Weitere Aktivitäten“), sind gut auf kommende europäische Vorgaben wie die Altfahrzeug-Richtlinie vorbereitet und stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit. Auch im Bautenschutz spielen unsere Additive eine zentrale Rolle, indem sie die Stabilität und Ästhetik von Betonstrukturen vor Witterungs- und Umwelteinflüssen bewahren. Darüber hinaus verbessern sie die Qualität von Rezyklaten, indem sie Gerüche minimieren, die Verarbeitung erleichtern und die mechanischen Eigenschaften optimieren. So lassen sich höhere Mengen an sekundären Materialien mit deutlich verbesserter Rezyklatqualität erzielen.

 

Das chemische Recycling bietet Lösungen für Abfallströme, die mechanisch nicht effizient recycelbar sind, etwa stark verschmutzte, gemischte oder gefärbte Kunststoffe sowie Duroplaste. Evonik stellt dafür Additive, Absorbenzien, Katalysatoren und Prozess-Know-how bereit, um Kunststoffreste, die sonst verbrannt oder deponiert würden, chemisch zu recyceln. Besonders bei gemischten oder verschmutzten Kunststoffströmen ermöglichen diese Produkte die Herstellung von Pyrolyseölen, die fossiles Naphtha ersetzen und als Grundbausteine für die Polymersynthese dienen. Die Technologie befindet sich noch im Pilotmaßstab, Evonik baut jedoch das Angebot an Produkten zur Pyrolyseölherstellung weiter aus. Dazu gehören Absorbenzien und Katalysatoren zur Abtrennung von Kontaminationen sowie Additive, die eine Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen ermöglichen. Mit unseren SiYPro™-Additiven wird die Weiterverarbeitung im Cracker robuster und sicherer. Auch für stark verunreinigte Kunststoffströme bietet Evonik Lösungen zur Synthesegasherstellung. Für PET-Verpackungen und gefärbte PET-Kunststoffe, die mechanisch nicht recycelbar sind, sorgen Alkoholat-Katalysatoren und Prozesstechnologien für ein effektives Recycling. Evonik hat das Geschäft mit Alkoholaten durch eine neue Anlage in Singapur ausgebaut. Darüber hinaus bietet Evonik Monomaterial-Lösungen und biobasierte Produkte an, um Recycling und Nachhaltigkeit weiter zu verbessern. 

 

Weitere Informationen zum Abfall- und Ressourcenmanagement sowie zur Rohstoffbeschaffung finden Sie hier.

Mit ihrem Einkaufsvolumen hat Evonik einen nennenswerten Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft. Durch enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten wollen wir sowohl Menschenrechtsverletzungen als auch Umweltverstöße in der Lieferkette vermeiden helfen. Wir arbeiten daran, einer mangelnden Transparenz bzw. unzureichenden Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette entgegenzuwirken. Durch die Vermeidung negativer Auswirkungen auf Arbeitende bei direkten Lieferanten und in unseren tieferen Lieferketten tragt unsere Einkaufsorganisation auch dazu bei, operationelle und Reputationsrisiken für Evonik zu mindern, die Versorgungssicherheit für die Herstellung von Evonik-Produkten langfristig zu gewährleisten und Wettbewerbsvorteile für die operativen Geschäfte zu sichern.

 

Neben wirtschaftlichen Belangen sind in unserer Beschaffungsstrategie auch Kriterien wie Gesundheit, Qualität, Sicherheit, Soziales und Umweltschutz verankert. Zur Umsetzung der Beschaffungsstrategie und insbesondere zur Identifizierung, Minderung und Beendigung sozialer und umweltbezogener Risiken und Auswirkungen in der Lieferkette setzt Evonik umfangreiche Ressourcen ein. Diese umfassen beispielsweise ein Einkaufsteam für „Sustainability, Risk and Compliance“ sowie den Einkauf und die Nutzung spezialisierter Softwarelosungen wie EcoVadis für Risikomanagement und Audits.

 

Der globale Einkauf wird aus Deutschland geleitet – unterstützt durch regionale Einheiten in Asien, Nord- und Südamerika. Von unseren rund 33.000 Lieferanten bezogen wir im Jahr 2025 Rohstoffe, Handelswaren, technische Güter und Dienstleistungen sowie Energien und sonstige Betriebsmittel im Wert von 9,8 Milliarden €. Davon wurden rund 78 Prozent lokal beschafft. Der Anteil von Rohstoffen und Handelswaren am gesamten Einkaufsvolumen betrug 47 Prozent. Davon entfielen auf petrochemische Rohstoffe rund 3,2 Milliarden €.

 

LIEFERKETTENMANAGEMENT

 

Durch die Vermeidung negativer Auswirkungen auf Arbeitende bei direkten Lieferanten und in unseren tieferen Lieferketten trägt unsere Einkaufsorganisation dazu bei, operative und Reputationsrisiken für Evonik zu mindern, die Versorgungssicherheit für die Herstellung von Evonik-Produkten langfristig zu gewährleisten und Wettbewerbsvorteile für die operativen Geschäfte zu sichern.

 

 

 

TFS-INITIATIVE

 

Die Vereinheitlichung globaler Standards in der Lieferkette schafft Transparenz und erleichtert es Lieferanten wie Kunden, Nachhaltigkeitsleistungen zuverlässig einschätzen und beurteilen zu können. Dazu hat die chemische Industrie 2011 die Initiative TfS gegründet, zu deren sechs Gründungsmitgliedern Evonik zählt.

 

 

 

ROHSTOFFE

 

Wir beziehen wegen unseres umfangreichen Produktportfolios eine Vielzahl unterschiedlicher Rohstoffe. Für Rohstoffe, deren Verfügbarkeit essenziell für unsere Produktionsprozesse ist, haben wir strategische Beschaffungskonzepte und Managementsysteme implementiert.

 

 

 

MASSENBILANZANSATZ 

 

Bei der Massenbilanz werden fossile und erneuerbare oder zirkuläre Rohstoffe in bestehenden Systemen und Produktionsprozessen gemischt. Der Anteil der nachwachsenden Rohstoffe wird dann mathematisch bestimmten Produkten zugeordnet und von einer neutralen Instanz zertifiziert und die Verwendung von erneuerbaren oder zirkulären Rohstoffen über alle Produktionsstufen hinweg überprüft. 

 

 

 

TRANSPORTSICHERHEIT

 

Unser Anspruch ist die sichere Beförderung von Rohstoffen und Produkten. Wir arbeiten stetig an der Risikominimierung entlang des gesamten Beförderungsvorgangs – von der Beladung über den Transport bis zur Entladung.

 

Integrierte Technologieplattformen als Wettbewerbsvorteil

Unsere Produkte stellen wir auf Basis hochentwickelter Technologien her, die wir ständig weiter optimieren. Vielfach verfügt Evonik über integrierte Produktionskomplexe, in denen wichtige Vorprodukte in angrenzenden Produktionsanlagen selbst hergestellt werden. Unseren Kunden bieten wir dadurch ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit. Gleichzeitig stellen diese integrierten World-Scale-Technologieplattformen in Verbindung mit technologisch anspruchsvollen Herstellungsprozessen Eintrittsbarrieren für diese Geschäfte dar.

 

Globale Produktion

Evonik erwirtschaftet 82 Prozent ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands und ist in über 100 Ländern tätig. Wir betreiben Produktionsanlagen an 98 Standorten in 27 Ländern auf sechs Kontinenten und sind damit nah an unseren Märkten und Kunden. Die größten Produktionsstandorte wie Marl, Wesseling und Rheinfelden in Deutschland sowie Antwerpen (Belgien), Mobile (Alabama, USA), Schanghai (China) und Singapur beheimaten integrierte Technologieplattformen, die überwiegend für mehrere operative Einheiten produzieren.