Bekämpfung des Klimawandels

Bekämpfung des Klimawandels

Durch den Klimawandel treten vermehrt Schäden durch extreme Wetterereignisse auf. Dies ist eine Herausforderung, der auch Evonik sich stellen muss. Zudem ist es notwendig, dass der  Ausstoß der CO2-Emissionen weltweit reduziert wird. Daher wollen wir nicht nur den Anstieg unserer CO2- und sonstigen Emissionen, die zum Klimawandel beitragen, vermeiden, sondern diese auch reduzieren. Evonik hat sich im Jahr 2022 im Rahmen ihrer Strategie (Next Generation Evonik) neue Klimaziele gesetzt. Mögliche Kostensteigerungen bei Investitionsentscheidungen können durch einen fehlenden CO2-Preis entstehen. Daher berücksichtigen wir einen CO2-Preis als zusätzliche Planungsprämisse. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette arbeiten wir, oft gemeinsam mit unseren unmittelbaren Lieferanten und Kunden, an innovativen und emissionssenkenden Lösungen.

Im Berichtsjahr haben wir an der Weiterentwicklung des Evonik-Transition-Plans gearbeitet. Unsere Risikoanalyse bestärkt uns in der Umsetzung unserer Portfoliotransformation in Richtung Next Generation Solutions, in der Reduktion unserer Scope-1- und -2-Emissionen durch Next Generation Technologies sowie in der Reduktion unserer Scope-3-Emissionen. Bei den im Rahmen der Risikoanalyse untersuchten Szenarien handelt es sich jeweils um theoretische Rahmenbedingungen. Daher evaluieren wir die tatsächliche Entwicklung der äußeren Rahmenbedingungen und passen die Ausprägung und Schwerpunktsetzung der Transformation regelmäßig daran an. Unser Klimatransitionsplan umfasst zunächst die Reduktion unserer CO2-Emissionen gemäß unseren validierten SBTi-Zielen bis 2030. Wir planen die Reduktion der verbleibenden Treibhausgas (THG)-Emissionen in den Jahren 2030 − 2050.

Ziele:

  • Reduzierung der absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 25 Prozent im Zeitraum 2021 – 2030
  • Reduzierung der absoluten Scope-3-Emissionen um 11,07 Prozent im Zeitraum 2021 – 2030

Unsere CO2-Reduktionsziele zählen zu den wissenschaftsbasierten Emissionsreduktionszielen und decken unsere gesamten Scope-1- und -2-Emissionen (100 Prozent) sowie mehr als zwei Drittel unserer Scope-3-Emissionen ab. Unsere Klimaziele sind Teil unseres Klimatransitionsplans und tragen zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens bei. Wir streben an, im Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Unsere SBTi-Ziele und unsere Roadmap bis 2030 wurden vom Vorstand genehmigt.

Maßnahmen

Zur Erreichung unserer anspruchsvollen Klimaziele stehen uns verschiedene THG-Reduktionshebel zur Verfügung.

 

Illustration zeigt drei Bereiche der Wertschöpfungskette mit Maßnahmen zur THG-Einsparung.

Maßnahmen zur Umsetzung unseres Klimatransitionsplans: Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030

 

Die Grafik „Unsere Roadmap 2030“ zeigt unseren Maßnahmenplan zur Erreichung unseres Scope-1- und -2-Ziels. Dieser besteht aus den drei Säulen „Ausstieg aus der Kohlekraft“, „Next Generation Technologies“ und „erneuerbare Energien“. Der Ausstieg aus der Kohlekraft am Standort Marl erfolgte im Frühjahr 2024. Die globale Weiterentwicklung von Produktionsprozessen und Infrastruktur bündeln wir im Rahmen unserer Next Generation Technologies. Zudem stellen wir schrittweise auf erneuerbare Energien um. Unterstützt wird dies durch digitale  Prozesstechnologien und die Integration von Nachhaltigkeitsdaten in existierende Geschäftsprozesse.

Die Erreichung unserer Scope-1- und -2-Ziele erfolgt zudem durch Investitionsmaßnahmen in optimierte Prozesse wie Steigerung der Energieeffizienz, Abwärme-Upcycling zur Wärmeintegration oder in Prozess-Redesign, beispielsweise Elektrifizierung. Hierfür haben wir im Jahr 2022 das Projekt EAGER durchgeführt, um Einsparpotenziale zur Senkung der THG-Emissionen an unseren Standorten zu identifizieren. Bis 2030 planen wir, 700 Millionen € in Next Generation Technologies zu investieren, also in die  Weiterentwicklung von Produktionsprozessen und Infrastruktur zur Einsparung von THG-Emissionen. Im Berichtsjahr waren bei Evonik Projekte in der Planung und der Umsetzung, die in den nächsten Jahren eine Reduktion von rund 450 Tausend Tonnen CO2e pro Jahr bewirken werden (rund 440 Tausend Tonnen CO2e pro Jahr). Das Investitionsvolumen für diese Projekte betrug 2025 rund 56 Millionen €.

Darüber hinaus soll zur Erreichung unseres Scope-1- und -2-Ziels bis 2030 eine komplette Umstellung des extern zugekauften Stroms auf grüne Energien erfolgen.

Diagramm zeigt Maßnahmen zur Reduktion der THG-Emissionen von 6.300 auf 4.730 kt CO2e bis 2030.

Carbon Pricing

Investitionsprojekte, die die Erreichung unseres CO2-Reduktionsziels und damit unseren Klimatransitionsplan unterstützen, sind Teil des jährlichen Finanzmittelplanungs- und Investitionszuweisungsprozesses, einschließlich der Genehmigung durch Vorstand und Aufsichtsrat. Bei der Planung großer Investitionen wenden wir unter anderem einen internen CO2-Preis an. Ziel ist, mit dieser Planungsprämisse die Entwicklungen bei CO2-intensiven Investitionen weltweit zuverlässig und harmonisiert für alle Investitionsanträge abbilden zu können. Darüber hinaus wird die erwartete Entwicklung der CO2-Preise in unseren Werthaltigkeitstests berücksichtigt. Bei der Ermittlung von Nutzungsdauern sind diese grundsätzlich in unseren Wirtschaftlichkeitsrechnungen enthalten. Wir gehen aktuell davon aus, dass im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU Emissions Trading System) bis 2030 ein Preis von 131 €/t CO2 veranschlagt wird. In allen übrigen für Evonik relevanten Regionen prognostizieren wir einen Preis von durchschnittlich 37 €/t CO2 bis spätestens 2030. Grund hierfür sind die politischen  Rahmenentwicklungen in zentralen Schwellen- und Entwicklungsländern, die derzeit eine Preissteigerung für CO2-Emissionen nicht erwarten lassen. Aufgrund regional unterschiedlicher Ausgangssituationen haben wir Preisentwicklungsszenarien – differenziert nach Ländern bzw. Regionen – ansteigend auf den global angenommenen Endpreis. Dabei berücksichtigen wir sowohl die direkten CO2-Emissionen (Scope-1-Emissionen) aus Produktion und Energieumwandlung als auch die indirekten CO2-Emissionen aus Bezug von Sekundärenergieträgern (Scope-2-Emissionen). Dies gilt grundsätzlich für alle unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen (100 Prozent). Konkrete Berechnungen erfolgen nur im Fall einer Investitionsplanung. Zur Unterstützung der betroffenen Bereiche nutzen wir einen CO2-Kostenrechner, der eine effiziente und systematische Ermittlung der für die jeweilige Investition zu berücksichtigenden CO2-Kosten ermöglicht. Dabei werden standort- und brennstoffspezifische Emissionsfaktoren sowie regionale CO2-Preisentwicklungsszenarien in Ansatz gebracht. Hierdurch wird eine harmonisierte Investitionsbewertung hinsichtlich der CO2-Kosten im Konzern möglich.

Maßnahmen zur Umsetzung unseres Klimatransitionsplans: Scope-3-Emissionen bis 2030

Die Senkung der Scope-3-Emissionen stellt die gesamte Wertschöpfungskette vor besondere Herausforderungen. Grund ist, dass die betreffenden Emissionen nicht in der eigenen unmittelbaren Einflusssphäre liegen und durch eine Vielzahl externer Faktoren beeinflusst werden. Das macht eine intensive Kooperation mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette erforderlich. Unser Maßnahmenplan zur Erreichung unseres Scope-3-Ziels beruht auf der Emissionsreduktion zugekaufter Rohstoffe, der Nutzung alternativer Rohstoffquellen und der Emissionsreduktion bei Logistik und Packmitteln.

Zur Senkung der Emissionen bei eingekauften Rohstoffen brauchen wir zuverlässige Daten über die Emissionen unserer Lieferanten. Seit 2019 sammeln wir daher von allen wichtigen Rohstofflieferanten lieferantenspezifische Product Carbon Footprints. Zudem wurde im Rahmen der Together for Sustainability (TfS) Initiative eine Datenaustauschplattform zum direkten Austausch lieferantenspezifischer Emissionsdaten aufgebaut. Neben der Beschaffung von primären Emissionsdaten erörtern wir gemeinsam mit unseren Lieferanten weitere Reduktionsmaßnahmen. Dazu zählen der Einsatz erneuerbarer Energien, die Optimierung von Prozessen sowie die Verwendung alternativer Rohstoffe. Zusammen mit unseren Lieferanten vereinbaren wir Ziele zur Unterstützung der  Nachhaltigkeitsambitionen unserer Kunden.

Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit CO₂-reduzierter  Rohstoffe verfolgen wir verschiedene Ansätze zur Senkung unserer Scope-3-Emissionen. Dazu zählt beispielsweise der Einsatz biomassenbilanzierter Materialien oder die Nutzung von mit Grünstrom hergestellten, anorganischen Rohstoffen. Derzeit prüfen wir die Ausweitung auf weitere Rohstoffgruppen. Darüber hinaus tragen zirkuläre Materialien zunehmend zur  Emissionsminderung bei. Durch enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten können wir Prozessverbesserungen nachvollziehen und als konkrete Reduktionsmaßnahmen ausweisen. Die Berücksichtigung von Product Carbon Footprints in Ausschreibungen ermöglicht eine gezielte Auswahl nach Umweltwirkungen. Durch die Einbindung mittel- und langfristiger Szenarien sichern wir frühzeitig den Zugang zu klimafreundlichen Rohstoffen und tragen zur Stärkung unserer Lieferketten bei.

Seit 2023 weisen wir systematisch CO₂-Einsparungen im Logistik-und Packmitteleinkauf aus. So hat Evonik Tracking, intermodale Transporte, optimierte Full-Truck-Load-Ladungen und den Einsatz alternativer Kraftstoffe wie Hydrotreated Vegetable Oil ausgebaut. 2025 haben wir die CO₂-Intensität als Vergabekriterium in Transportausschreibungen integriert.

Maßnahmen zur Umsetzung unseres Klimatransitionsplans: Emissionen 2030 – 2050

In der Zeit nach 2030 werden die verbleibenden Scope-1- und -2-Emissionen durch weitere Energieeffizienz- und Wärmeintegrationsmaßnahmen reduziert. Im Berichtsjahr haben wir eine konzernweite Top-down-Abschätzung und eine Bottom-up-Analyse unserer Geschäfte mit den meisten Emissionen  durchgeführt, um langfristige Transitionspfade zur Klimaneutralität bis 2050 aufzuzeigen. Die Ergebnisse zeigen Technologieoptionen und mögliche Investitionsbedarfe auf. Für Scope-3-Emissionen läuft bereits ein breit angelegtes Screening unseres Technologie-Portfolios. Dabei werden mögliche zirkuläre (biobasierte, rezyklierte oder CO2-basierte) Rohstoffquellen für unsere Produktionsprozesse ermittelt sowie die mögliche Anpassung der Produktionsprozesse an zirkuläre Rohstoffe vorgedacht. In den Jahren bis 2030 wird dieses Screening fertiggestellt und entsprechend erforderliche Forschungen an modifizierten oder neuen Herstellprozessen vorangetrieben werden.

Grundsätzlich sehen wir für die Zeit nach 2030 die Verbreiterung des bestehenden Technologie- und Rohstoffportfolios sowie weltweit steigende Kosten für CO2-Emissionen als entscheidende Transformationstreiber an. Ab 2035 erwarten wir die technische Reife neuer Technologien, wie die breite Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff. In den Folgejahren sollten auch Verfahren zur Abscheidung, Speicherung und Nutzung von Kohlendioxid, wie Carbon Capture and Storage (CCS) und Carbon Capture and Utilization (CCU), zum Durchbruch kommen. Technologien zur CO2-Nutzung bieten die Möglichkeit, den Verbrauch fossiler Kohlenstoffe sowie CO2-Emissionen zu reduzieren. Evonik forscht mit Partnern auf diesem Feld, um das Zusammenwirken entsprechender Technologien mit unserem Portfolio unter Marktbedingungen besser zu verstehen. Beispielsweise bieten unsere Kompetenzen in der Katalyseforschung die Möglichkeit, CO2 in Kombination mit grünem Wasserstoff und erneuerbaren Energien in ein höherwertiges Produkt zu überführen. Durch die chemische Umwandlung wird CO2 als Rohstoff und nicht mehr als Abfallstoff gesehen. Somit entstehen beispielsweise Methanol oder andere Kohlenwasserstoffe, die ihren Einsatz in Produkten wie Lösungsmittel, Polymere oder als Energieträger wie flüssige Kraftstoffe (E-Fuels) finden können. Die CO2-Anwendung für E-Fuels wird zusätzlich durch die ReFuelEU-Vorschriften für den Luftverkehr verstärkt. Wir begleiten solche Vorhaben und stehen mit entsprechenden Akteuren entlang der Wertschöpfungskette in engem Austausch.

Viele Maßnahmen zur Erreichung von Net-Zero bis 2050 sind Stand heute bekannt, jedoch lassen sich diese an vielen Stellen noch nicht wirtschaftlich umsetzen. Im Berichtsjahr stellen CO2-Bepreisungsmechanismen mit den dort angenommenen sehr hohen weltweiten Preisen für CO2-Emissionen das größte Einzelrisiko im Net-Zero-Szenario dar.

Stand 2025 befinden sich im Evonik-Portfolio keine THG-Emissionen, die bis 2050 technisch nicht abgebaut werden können. Zur Wirtschaftlichkeit der technisch bis 2050 möglichen Maßnahmen ist noch keine Prognose möglich. Potenziell gebundene THG-Emissionen (Scope 1 − 3) resultieren im Wesentlichen aus der Wärme- und Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, insbesondere in Kraftwerken, Teilen von Produktionsanlagen und Rohstoffen.

 

Weitergehende Informationen finden Sie im Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht:

Downloads

Evonik Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht 2025

Fortschritte 2025

Im Berichtsjahr hat Evonik die Umsetzung ihrer EAGER-Projekte im Rahmen des Klimatransitionsplans fortgesetzt. Folgende Projekte zahlen beispielhaft auf unser Scope-1- und Scope-2-Ziel ein: In Singapur haben wir unsere neue Alkoholat-Anlage fertiggestellt und stellen zukünftig Alkoholate CO2-neutral her. Darüber hinaus haben wir mit den Arbeiten im Projekt „Ecluse“ zur Neuaufstellung der Dampfversorgung unseres Standorts in Antwerpen (Belgien) begonnen. Ab 2027 soll Dampf aus der benachbarten Müllverbrennungsanlage bezogen werden – anstelle der bisherigen kombinierten Dampf- und Stromversorgung aus Erdgas. Die Anlage wird zu ca. 50 Prozent mit Biomasse beheizt. Der benötigte Strom wird künftig über unsere langfristigen Grünstromverträge gedeckt. Darüber hinaus lag unser Fokus auf betrieblichen und fortlaufenden Prozessverbesserungen zur Energieeffizienzsteigerung und Emissionsreduktion wie beispielsweise die Nutzung von Abwärme zur Vorwärmung von Prozessströmen oder die energieoptimierte Fahrweise von Anlagen. 

Zur Reduktion unserer Scope-3-Emissionen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette haben wir im Berichtsjahr weitere Fortschritte erzielt: Die Abfrage von Primärdaten bei unseren Rohstofflieferanten hat seit 2024 zu einer signifikanten Steigerung in der Datenabdeckung unserer Scope-3-Emissionen geführt. Ebenfalls erzielen wir durch die Nachverfolgung von Prozessverbesserungen bei unseren Lieferanten Scope-3-Reduktionen. Zudem wurden die Anforderungen im Bereich der Ausschreibungen für ausgewählte, strategische Rohstoffe um das Kriterium der CO2-Intensität erweitert. So konnten gezielte Lieferantenwechsel zu einer weiteren Reduktion der Scope-3-Emissionen beitragen. Zusätzlich wurden die Mengen für einige biomassenbilanzierte sowie recycelte Rohstoffe gegenüber den Vorjahren weiter erhöht.

Kennzahlen

Seit 2008 berichten wir eine umfassende THG-Bilanz – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Entsorgung der Produkte. Maßgebliche Kenngröße ist der sogenannte „Carbon Footprint“, der „CO2e-Fußabdruck“. Bilanziert werden direkte Energie- und Prozessemissionen von Evonik (Scope 1), Emissionen aus eingekaufter Elektrizität und Wärme (Scope 2) sowie vor und nachgelagerte Emissionen (Scope 3). Dazu zählen Emissionen aus der Herstellung eingekaufter Rohstoffe, Dienstleistungen und Anlagegüter, energiebedingte Emissionen außerhalb von Scope 1 und Scope 2, Emissionen aus eingehenden und ausgehenden Transporten, aus der Entsorgung von Abfällen, durch Geschäftsreisen und Pendeln der Mitarbeiter, durch den Energiebedarf von geleasten Bürogebäuden und Firmenfahrzeugen sowie Emissionen aus Nutzung und Entsorgung verkaufter Produkte. Nicht berichtet werden hingegen die Emissionen aus der Verarbeitung von Evonik-Produkten, aus Franchise oder nachgelagerten Leasing-Aktivitäten sowie aus Investments. Methodisch erfolgt die Bilanzierung in enger Anlehnung an den GHG Protocol Standard des World Resources Institute (WRI) und des WBCSD sowie an die Guidance for Accounting & Reporting Corporate GHG Emissions in the Chemical Sector Value Chain des WBCSD. Der Stromfremdbezug (Scope 2) wird nach der marktbasierten Methode mit individuellen Emissionsfaktoren des jeweiligen Stromlieferanten berechnet. Evonik nutzt in der CO2-Bilanzierung keine CO2-Gutschriften (Offsetting) außerhalb der eigenen Wertschöpfungsketten.

Die Summe der Scope-1-THG-Bruttoemissionen und der marktbezogenen Scope-2-THG-Bruttoemissionen fiel im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 10 Prozent. Gründe hierfür waren der im August 2024 vollzogene Verkauf des Superabsorbergeschäfts sowie die Stilllegung des Kohlekraftwerks in Marl Ende März 2024. Ab diesem Zeitpunkt sind die beiden hocheffizienten neuen Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke in Marl voll in Betrieb gegangen. Weitere Effekte resultieren aus der Umsetzung von EAGER-Projekten, dem höheren Anteil an Grünstrom und dem Rückgang der Produktion infolge der nachlassenden Mengennachfrage.

Im Vergleich zu den Scope-3-THG-Emissionen in Höhe von 21,6 Millionen Tonnen CO2e im Jahr 2024 sanken die nach dem Fast-Close-Ansatz berechneten Emissionen im Jahr 2025 auf 19,5 Millionen Tonnen CO2e. Zum einen führte die 2025 weiterhin schwache Konjunktur gegenüber dem Vorjahr zu reduzierten Mengen eingekaufter Rohstoffe sowie verkaufter Produkte und Energien. Dies wirkte sich über die direkt betroffenen Kategorien hinaus beispielsweise auch auf die Logistikemissionen aus. Zum anderen waren 2024 die Emissionen des verkauften  Superabsorbergeschäfts verursachungsgerecht noch für einen Zeitraum von acht Monaten enthalten. Diese entfielen im Jahr 2025 für alle Scope-3-Kategorien vollständig.

Bezogen auf das für unsere Zielerreichung relevante Basisjahr 2021 verzeichneten wir 2025 eine Reduktion der Scope-1- und -2-THG-Emissionen um 31 Prozent. Wesentliche Beiträge hatten Effizienzsteigerungen bei der Energieerzeugung – insbesondere durch Substitution des Kohlekraftwerks im Chemiepark Marl durch neue Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke. Hinzu kamen der stetige Ausbau des Grünstromanteils und Investitionen in Next Generation Technologies. Die Reduktion wurde durch den Rückgang unserer produzierten Mengen aufgrund der anhaltenden Nachfrageschwäche sowie Portfoliomaßnahmen verstärkt.